Nostalgie

:Junge, frische, kaum verbrauchte Männer mit entschlossenem Gesichtsausdruck haben sich dort versammelt, um einem Fotografen frech in die Linse zu grinsen. Zu welchem Anlass, an welchem Ort und in welchem Jahr wurde dieses Foto gemacht?
Die besten Beiträge werden dann hier auf der Website veröffentlicht.


Auf geht's! And the winner is........

Mensch, war das schwierig. Erstmal herzlichen Dank für die reichlich amüsanten Erinnerungen. Anscheinend gibt es doch ein paar unter uns, die noch nicht alles verdrängt haben und zuhause sich einen kleinen, absurden "Schutzblech-Altar" gebaut haben.
Kommen wir zur Auflösung: Fangen wir mal hinten an: ein wenig verwirrt war Piiit. Aufgrund seines Alters sei ihm das verziehen. Zudem hatte er das Nachfolgefoto des oben gezeigten noch zu Hause, was sicherlich einen Ehrenpunkt gibt. Im Gegensatz zum ersten Foto wirkten hier bereits die eingesetzten Stimulanzien...

Sein Text dazu ist dennoch erwähnenswert:
"Alles klar das war in der Sporthalle Süd in Lollar. Fußballturnier ausgerichtet vom JUZ Lollar. Wir waren alle bedeutend jünger, leider fällt mir das Jahr nicht mehr ein. Meine Schwester meint das muss 15 Jahre her sein weil der Klaus so dürr wäre. War da der Steffen noch mit Melanie zusammen? (NEIN; die Redaktion) Waren wir schon verheiratet? Da habt Ihr alle noch so viele Haare auf dem Kopp. Veroni legt sich nach langem hin und her auf 1988 fest. 
Zwei Frauen, zwei Meinungen. Ein Mann ein Wort: Ich sage 1989 !!!!

Ich revidiere und sage es war am 26.12.1992.
1.) Ich war noch nicht verheiratet. Oder hätte ich sonst mit dieser überragenden Form auflaufen können. Ich glaube dieses Argument könnt Ihr mittlerweile ausnahmslos nachvollziehen.
2.) Ich habe letztens einen unserer Endspielgegner getroffen. Der ist mittlerweile in Rente. Und der war damals 49 wie das Bild von Thorsten beweist.
Ansonsten kann ich mich noch genau Erinnern. Das erste Spiel haben wir verloren oder mit Müh und Not 0:0 gespielt.
Nachdem wir etwa wacher waren und die Promillezahlen und die THC Werte bei den einzelnen Spielern nach unten gingen drehten wir voll auf. Na ja, wir verstärkten unsere Abwehr und konterten unsere Gegner gnadenlos aus. Diese Taktik, auch als Schutzblech - Catenaccio bekannt, hat uns schon so manchen Turniersieg eingebracht. Ich denke da gerne an unseren letzten Erfolg vor 2 Jahren oder so, als wir unter dem Decknamen „DGB – Jugend“ das Hessenweit ausgeschrieben Turnier der Grünen erfolgreich für uns entscheiden konnten. Ich denke die DGB Leibchen hätten uns damals viel besser gepasst. Die Gießener Allgemeine Zeitung schrieb: In der Gruppe zwei erreichten im Kampf um das runde Leder die Freakbrothers den fünften, die Bombenleger den vierten, die Kicker des JUZ Lollar den dritten und die Hobbyfußballer des TV Ruttershausen den zweiten Platz. Gruppensieger wurde die Gießener Mannschaft Schutzbleche.


Und dann ging es sehr schnell:


Halbfinale, Finale:
Im Finale spielten wir gegen den wohl spielstärksten Gegner. Die Ex Hessen- und Landesligaspieler aus Odenhausen konnten allerdings unseren Abwehrwall nicht überwinden und wir siegten locker 2:0. An die Torschützen kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber wahrscheinlich waren es Thorsten und Christian die getroffen haben. Weil die immer vorne rum standen und auf die Abpraller gewartet haben.
Zitat GAZ: Auf dem Siegerpodest durften nach einem bundesligareif- packenden Endspiel die Fußballer der Hobbymannschaft Schutzbleche aus der Universitätsstadt stehen.


Feiern:
Die Meisterschaftsfeier fand wie ich vermute in der Bahnhofstraße statt. Der Autocorso über den Giessener Ring zog hunderttausende Bürger an. Man kann sagen, das dieser Sieg Deutschland veränderte. Nur Monate später fiel die Mauer. Mittlerweile wird dieses Ereignis von bedeutenden Historikern mit unserem Erfolg direkt in Verbindung gebracht.
Ah da kommt eine E-Mail von Thorsten, danke, danke, danke, jetzt werde ich den ersten Platz in unserem Gewinnspiel belegen, da Thorsten seinen Beitrag öffentlich gemacht hat.
Okay das war`s.


PIIIIIT

Tja, leider knapp vorbei, denn Thorstinho hatte bereits vorgelegt mit seinem Bericht, der doch zutreffender und exakter die damalige Situation widerspiegelt. Zudem hat er auch noch ein Foto der gegnerischen Mannschaft mitgeschickt, was ihm auch zu einem Extrapunkt verholfen hat. Wenn wir gegen die verloren hätten, müßten wir zur Strafe jetzt auch alle "Olis" tragen ...

Hier der vorzügliche Bericht:
"Ach Steffen, als wäre es gestern gewesen! Immer noch sehe ich die vollbesetzte Tribüne vor mir, die wogenden Massen reiben sich verwundert die Augen angesichts der Brillanz eines bis dahin nahezu unbekannten Hobbykicker-Teams aus Mittelhessen! 
Aber der Reihe nach: Das Turnier wurde vom Jugendrat des "Ossestalls" aus Lollar veranstaltet (wer oder was auch immer das war!) und fand am 26.12.1992, einem unvergesslichen Sonntag, in der Halle in Lollar statt. Rein zufällig bin ich immer noch im Besitz des Pokals, den wir dort geholt haben. Natürlich hat er bei mir einen Ehrenplatz in der übervollen Vitrine, ähem, na gut, auf einem alten Holzregal, aber immerhin! 
In dem Pokal lag und liegt der Zeitungsausschnitt, der von unserer Heldentat kündet! Du findest ihn als Anlage beigefügt. Man sieht darauf auch die Stümper, die versucht haben, sich unserer spielerischen Übermacht in den Weg zu stellen. Sechs von acht Gegnern tragen übrigens Schnauzbärte, eine damals weit verbreitete Modeerscheinung in ländlichen Regionen! Igitt igitt!Unter dem Bild ist noch ein zusammenfassender Bericht des Turniers und des Endspiels. Der Typ, der das geschrieben hat, liebte vor allem Anführungszeichen (die hat er haufenweise eingestreut) und schlechte, damals schon abgenutzte Floskeln aus der Fußballsprache. Nun denn, ich werde daher für alle, die das tatsächlich vergessen haben sollten, eine kurze Zusammenfassung des einseitigen Endspiels abliefern.


Zunächst noch von links nach rechts eine kurze Vorstellung der Spieler: 
1. Sixer (Gunter): Ein Kopfballungeheuer, immer vorne drin im Gewühl, geht immer da hin, wo es wehtut! Schon in jungen Jahren leichte Haarprobleme. Aber ein vorzüglicher Sportskamerad, der stets für ein geselliges Beisammensein zu haben war und ist. Vorbildliches Trinkverhalten, wie eigentlich alle aus dieser Jahrhundertmannschaft! 
2. Albatros (Jörn): Der Name ist Programm, ein echter Überflieger, auch abseits des Feldes! Einer der wenigen Intellektuellen des damaligen Teams, obwohl er das selbst noch nicht wusste!Insgesamt eine imposante Erscheinung, vor allem in der nach ihm benannten Pose im Sturzflug an der Außenlinie! 
3. Mutzi: Herrliche Popperfrisur, setzte damit Maßstäbe des miesen Geschmacks! Aber ein echtes Talent, technisch stark, Übersicht, Laufbereitschaft (zum nächsten Joint), ist aus der Mannschaft nicht wegzudenken und bringt stets Stimmung ins Team! 
4. Meine Wenigkeit, das sollen andere beurteilen, da halte ich den Mund!

 

Hierzu ein Nachtrag von Christoph L.:
"Der vielleicht ballgewandteste brasilianische Hesse. Katzengleich – lautlos, bissig … er würde Whiskas rauchen! Seine zweite Karriere als Autoknacker blieb lange geheim; das beigefügte Foto zeigt ihn allerdings mit seinem Teamkollegen in flagranti – der erste Bundesligaskandal war perfekt! Derwall ließ sich von dieser kleinen Schaffenskrise des Schleichfahrt-Königs („hintenobensieben!“) beeinflussen - ein weiteres großes Talent, das leider nie den Adler auf die Brust bekam."


5. Christoph: Lange nichts mehr gehört, ich war heute echt begeistert zu hören, dass es ihn noch gibt!!!!!War ein hervorragender Torwart, der uns immer starken Rückhalt gab! Supireflexe (hat lange Handball gespielt, daher kommt´s wohl), Supernetter, lustiger Geselle! Hatte stets viel Spaß mit ihm, spielerisch vielleicht keine Offenbarung, aber vielseitig einsetzbar! 
6. Pit: Ein Kämpfer vor dem Herrn! Beißt sich überall fest, am Gegner, an Bierflaschen usw. Eigentlicher Kopf der Mannschaft und moralische Institution. Ohne ihn hätten wir diese Erfolge niemals eingefahren, unser Ehrenspielführer auf Lebenszeit! 
7. Dr. Popster: Ein Weltklassespieler, Linksfuß, technisch erste Sahne, bringt alles mit, um ein Großer zu werden. Der Durchbruch damals scheiterte lediglich an der Frisur, dieser Schnitt kam für die Fachwelt einfach zu früh, sie war noch nicht vorbereitet für so etwas! Aber trotz der Zotteln auch ein schneller Mann mit Auge und und und... 
8. Dr. Harnleitner (Klaus): Alles in einem, Mannschaftsarzt, grundsolider Spieler mit allen Fähigkeiten, über Jahre auf einem sehr hohen Niveau zu kicken, Betreuer und Ansprechpartner in allen Fragen rund um die mentale Fitness der Spieler, großer Kenner der Homöopathie, dafür lieben wir ihn auf immer und ewig! 
Das Endspiel: 1:0 nach drückender Überlegenheit in der soundsovielten Minute: Ecke von Dr. Harnleitner, Thorstinho geht vorne rein und nimmt die Pille aus der Luft mit der Innenseite, Toooooooooooooooooooooooooooor.2:0 nach Doppelpaß zwischen Mutzi und Thorstinho, zack zack und drin ist die Kugel, das geht einfach zu schnell für die Bauerntruppe aus Odenhausen:Abpfiff, Sieg und Ende"
-----------
Dammned! Bin ich doch den beiden Kollegen auf den Leim gegangen. Aber zum Glück gibt es einen Hamburger, der den ganzen Tag nix zu tun hat und mir folgende E-Mail schickte:

"Lieber Dr. Popster!
Ist ja irre, wie lange man von den großen Erfolgen vergangener Zeiten zehrt… Doch die vielen gewonnenen Kopfballduelle hinterlassen ihre Spuren. Ich fordere eine Nachuntersuchung in Sachen Datum (dies habe ich Thorstinho auch schon mitgeteilt, er verzeihe mir diese Dopplung!): 
Jim-Boy Walton schreibt doch extra vom "dritten" Weihnachtsfeiertag im "alten" Jahr. Das wäre dann natürlich der 27.12. Der 26.12.1992 war ein Samstag."

Nach langer Tagung des Schiedsgerichts in Berlin (Richter Robert H. und Rechtspfleger Ante S.) wurde so eben befunden, dass die korrekte Antwort vom Rätselaufgeber selbst gegeben wurde. Da aber die Teilnahme für Herrn L. ausgeschlossen war, kann er auch nicht in den Genuß des Preises kommen. Der Preis wird deswegen "eingefroren" (1kg Schweinemett) und beim nächsten Gewinnspiel neu in den Pott geworfen. Eine gelbe Karte wegen unsportlichen Verhaltens erhält zudem Thorstinho, weil er über seinen unrechtmäßig erworbenen Sieg durch Christoph L. informiert wurde, dies aber nicht der Jury freiwillig mitgeteilt hat. Den Fairplay-Pokal kann er damit auf Jahre hin vergessen.